07 Mai 2007

Wir halten uns ans Gesetz

"Ich bezahle Steuern und halte mich an die Gesetze. "

Haben Sie diesen Satz auch schon gehört? Man kann ihn von Muslimverbänden lesen, oder auch von einem unbekannten „Mohamed“ in einem Forum.

also ich gehe arbeiten zale steuern und so weiter. ich bin kein islamist. bin genau so anstandig wi ir. (1)

Das ist auch nett so, auch wenn es irgendwie naiv tönt, geradezu befremdend naiv. Wir wissen ja alle, dass wir arbeiten müssen, und dass wir auch mal Steuern bezahlen müssen. Der moderne Staat funktioniert nun mal so. Wozu das erwähnen?

Der Satz von „Mohamed“ steht in einer Diskussion über ein geplantes Islamzentrum in Bern.
also ich meine wir solten auch beten könen. die kristen tun das ja auch. ich verstehe nich wo das proplem ligt. (2)

und weiter unten:
also bei uns gehört das minaret dazuwie bei den kristen der turm


Es geht in diesem Artikel nicht darum, ob man Moscheen mit Minaretten verbreiten oder bewilligen soll - dafür gibt es Gesetze und Gerichte - sondern es geht hier um den Standpunkt und den Betrachtungswinkel der Leute, die so formulieren wie „Mohamed“:
also ich gehe arbeiten zale steuern und so weiter. ich bin kein islamist. bin genau so anstandig wi ir.


Er verweist auf das Wohlverhalten, wo doch die Religionsfreiheit bei uns vom Gesetz garantiert ist. Warum bezieht er sich denn nicht einfach auf die Gleichberechtigung im Gesetz des säkularen Staates?


Er argumentiert so, weil er ein anderes Bezugssystem hat:

Sein Bezugssystem kennt den säkularen Staat nicht, sein Bezugssystem kennt nur den Vertrag zwischen Gesellschaftsgruppen: Den Vertrag, den es nach seiner Meinung zwischen der herrschenden Gesellschaft und der geduldeten und unterworfenen Gesellschaft gibt.

Dies ist ein islamisches Modell: Der Nicht-Muslim (Dhimmi) bezahlt im Muslimstaat seine Steuer (Dschizya), hält sich an die Gesetze (vom Esel steigen, wenn er einem Muslim begegnet) und darf dafür seine Religion ausüben.

Das kehrt er nun um, und das war tatsächlich im Mittelalter zum Teil so, je nachdem, wer gerade die Oberhand hatte.

Dann gilt also: Im Christenstaat ist der Muslim zur Zeit geduldet, und wenn er seine Steuer bezahlt und sich an die Gesetze hält und nicht aufmuckt, dann ist ihm die Religionsausübung gesichert. Zur Religionsausübung gehören natürlich auch Orte, wo man beten kann, und das sind Moscheen.
aber ich wil doch auch andere leute trefen und zusamen beten. (3)

Dass er mit seinem Anliegen nötigenfalls vor Gericht gehen kann und dort gleich viel wert ist wie ein Christ, das hält er für eine Schwäche des Christenstaates, und nutzt das gerne. Dass die Religion kein Kriterium ist im säkularen Staat, das hat aber in dieser Vorstellung gar keinen Platz. Die Christen sind selber schuld, wenn sie so schlechte Verträge machen, wo sie doch noch die Stärkeren sind.
Und wenn er dann in der Mehrheit ist, dann wird man das Gesetz ändern, denkt er. Dann haben sie die Macht, das Wahre Gesetz einzuführen. Dann herrscht Gerechtigkeit und Frieden, und dann muss der Christ vom Esel absteigen, wenn er einem Muslim begegnet.

Pures Mittelalter.

Dass wir kein christlicher Staat sind, das hat da keinen Platz. Dass wir die Religionsfreiheit garantieren, weil wir ein säkularer Staat sind, aufgeklärt und demokratisch, dass keine Religion vorgezogen wird, das gibt es gar nicht.

Auf uns wirkt das wirr, verrückt und lächerlich, und wir haben Mühe, sowas ernst zu nehmen.

Für den gläubigen Muslim ist das Realität. Er hat auch genügend heutige Modelle dafür, zum Beispiel Saudi-Arabien (na klar), Ägypten (wo die Scharia im Gesetz steht), die Türkei (wo nur der Islam als Religion anerkannt ist), Malaysia (wo der Dhimmi-Status im Gesetz steht).

Seine Denkweise ist Realität. Das sollten wir durchaus ernst nehmen:

Er hält sich an den Vertrag zwischen Christen und Muslimen, und wenn sie in der Mehrheit sind, müssen sich die Christen an den Vertrag halten, den die Muslime vielleicht mit den Christen zu machen geruhen.

Also, ihr Christen, seid nett zu uns Muslimen und lasst uns unser Minarett bauen. Und wenn wir die Mehrheit sind, dann dann sehen wir weiter.

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(1) Quelle, (2) Quelle, (3) Quelle

.. bis die Muslime die Mehrheit bilden:
"Muslime sollen sich in westlichen Staaten friedlich verhalten - bis sie stark genug sind für den Dschihad"
Muhammad Taqi Usmani ist für die sunnitischen Muslime dieser Welt einer der bedeutendsten Religionsgelehrten. Was dieser Mann sagt, istt für viele Muslime subjektiv absolut verpflichtend. Muhammad Taqi Usmani hat Dutzende Ehrenämter inne, um nur einige wenige zu nenenn: Er ist ständiges Mitglied der Internationalen islamischen Rechtsakademie (Dschidda/Saudia Arabien), Vizepräsident der Islamischen Universtität Darul Uloom Karachi (Pakistan), Vorsitzender des Islamischen Rechtsrates der "Accounting and Auditing Organization of Islamic Financial Institutions" (Bahrain), Vorsitzender des Islamischen Rechtsrates der "Bahrain Monetary Agency", Vorsitzender des Islamischen Rechtsrates der "Abu Dhabi Islamic Bank" (Vereinigten Arabische Emirate), er war von 1982 bis 2002 Richter am höchsten pakistanischen Scharia-Gericht (siehe Wikipedia), und er ist ein Vorkämpfer des islamischen Bankenwesens, mit dem der Islam aus seiner Sicht dem "verdarbten Westen" wirtschaftlich den Krieg erklären kann. Und genau jener angesehene Mann, eine DER Autoritäten des Islam, läßt die Welt nun wissen, wie sich Muslime im Westen verhalten sollen: sie sollen in Ländern wie Großbritannien friedlich sein, solange sie eine Minderheit bilden - und sich unterdessen auf den Dschihad vorbereiten (Quelle: Times 8. September 2007).
Faustrecht: klickmich

Der Islam hat ein Doppelgesicht: klickmich

NZZ 16.10.2007 p46 (klickmich):
Der gläubige Muslim braucht eine Fatwa um zu wissen,
"ob ein Muslim sich in säkularen nichtislamischen Parteien engagieren darf."
Mit anderen Worten: Der gläubige Muslim ist kein mündiger, selbstverantwortlicher und freier Bürger. Mündige Bürger sind
aber die Voraussetzung für die echte Demokratie.

1 Kommentar:

Patrick hat gesagt…

Guter Blog! Weitermachen!
Ich schau immer mal wieder rein.


Frei nach Grönemeyer ;-)))
--->
Sehr scharfsinnig /
Reisst den Schleier /
der Lüge vom Gesicht /
Munitionslieferant der Freien /
bist Duuuuu... *summ*

:-)))
Gruß
henniP

 

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