11 April 2006

Fangen wir an

Die Mohammed-Karikaturen haben mein Interesse am Islam geweckt. Diese Religion hat mich nie interessiert, mein gesamtes Wissen darüber kam von Karl May, und dies ist keine Quelle, welche ich ernst nehme.

So habe ich also nach den wilden Reaktionen der Muslims weltweit, nach den Protesten, den Rufen nach Entschuldigung und nach dem Abfackeln von Botschaften begonnen, mich zu erkundigen, worum es denn diesen Leuten gehen könnte, was sie ein paar Jahrhunderte nach der Aufklärung dazu bringen könnte, sich wegen ein Paar Zeichnungen aufzuregen.

Die Zeichnungen waren mit Google schnell gefunden. Eine harmlose, geradezu nette Sache, nach meiner bescheidenen Meinung, der Meinung eines Menschen, der mit Monty Python aufgewachsen ist. Während ich die Bomben-Turban-Zeichnung anfangs noch etwas stark fand - allerdings durch die Botschaftsfeuer verifiziert - fand ich den Jungfrauen-Cartoon von Anfang an eine gelungene Kritik am Missbrauch einer Religion zu terroristischem Zweck. Den Mohammed, der seinen Säbelrasslern sagte, sie sollten sich nicht aufregen wegen einer Zeitung irgendwo in einer vergessenen Ecke der Erde, den fand ich sehr sympathisch - halt so, wie sich ein gelassener Religionsgründer, und damit, zumindest nach meiner damaligen Meinung jeder Religionsgründer verhalten würde, könnte man ihn fragen.

Aber ich habe meine Meinung geändert. Nach der Lektüre von Büchern und Blogs, von Meinungen und Antworten, den oft überlegten Voten von Verteidigern der westlichen Werte und den oft verwirrenden Antworten von Muslimen und insbesondere nach Diskussionen mit Muslimen bin ich allmählich zur Überzeugung gekommen, dass der Bilderstreit etwas ans Licht gebracht hat, das wir im Westen nicht für möglich hielten: Es gibt auf der Welt einen Glauben, der die Menschenrechte ablehnt, und der - man glaubt sich in einem billigen Film - davon ausgeht, dass er sich allen anderen Menschen aufdrängen könne.

In meinen Diskussionen bin ich auf Widersprüchlichkeiten gestossen, und ich habe feststellen müssen, dass meine Gesprächspartner mich immer wieder hinters Licht führen wollten. So bemerkte ich mit der Zeit, dass die Forderung nach Respekt nicht im Sinne zu verstehen ist, wie es ein unabhängiger Beobachter versteht. Respekt, das heisst bei meinen Gesprächspartnern, dass ich die islamischen Gesetze achten muss, dass ich mich dem Rechtsverständnis der Scharia unterwerfen muss. So begriff ich, dass Frieden, eines der allgemeinsten Wörter, die man sich vorstellen kann, nicht Frieden zwischen den Menschen heisst, sondern ein Frieden, der sich dadurch auszeichnet, dass die Menschen nicht mehr im Krieg mit dem Islam sind - und das sind sie erst, wenn sie sich dem Islam unterworfen haben.

Die Welt, so begriff ich allmählich, ist also in dieser Logik erst ein Ort des Friedens, wenn die ganze Welt islamisiert ist. Aber das war immer schön verpackt in netten Formulierungen, deren Widersprüche sich erst dann auflösten, wenn ich eben annahm, dass der Gesprächspartner in allem Ernst annahm, dass seine Sicht und seine Religion am Ende die Welt beherrschen würde. Diesen Gesprächspartnern kam ich nicht mit Logik bei, nicht mit Vernunft, nicht mit einem Appell an die Vorstellung der Gleichheit aller Menschen. Sie pflichteten mir manchmal in einem Detail bei, aber dies taten sie so, dass in einem Nebensatz oder einem Beiwort, das mir früher nicht aufgefallen wäre, die Zustimmung wieder in einer Nebelwolke verschwand. Die Sprache dieser Leute war nicht klärend, sondern verhüllend. Wörter, Wendungen und Taktiken verhüllten wie dichter Nebel die klare Sicht. Und darum heisst dieser Blog nebeldeutsch.

In diesem Blog soll nebeldeutsch übersetzt werden: in eine klare Sprache.

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Spiegel-Artikel 2001 zum Dialog

Kommentare:

Pit hat gesagt…

yo Nebelman, das freut, einer mehr, der hoffentlich als weiterer steter Tropfen den Stein höhlt. Kann allem nur zustimmen: wie unglaublich das ist, daß die Islamfritzen mit ihrem unverhohlenen Imperialismus usw. glatt durchkommen bei unseren Politikern. Wie schleimig und verlogen sie sich winden, wenn man sie stellen will, weil sie genau wissen, daß sie vollkommen unakzeptabel sind und von Rechts wegen sofort inhaftiert werden müßten.

Was ich will, ist, daß die führenden Repräsentanten unseres Staates offen sagen, daß der Islam imperialistisch ist und eine Gefahr für uns, und daß wir dies nicht hinnehmen werden. Dann werde ich mich etwas beruhigen.
Aber das Gefühl, daß wir hier verkauft werden, sei es aus verdammter Blödheit, Betroffenheit usw., oder sei es aus Machtinteressen, eines "eurabischen blocks" gegen den "US-Imperialismus", oder sei es aus wirtschaftlichen Interessen, das kann ich nicht ruhig hinnehmen. Oder wie sonst ist das laut tönende Schweigen von der Spitze des Staates zu dem ganzen Komplex zu verstehen?

In diesem Sinne begrüße ich dein blog als ein weiteres zu diesem Thema, denn bis auf weiteres kann es wohl gar nicht zuviele dazu geben.

Gruß und Dank,

Pit

Axel hat gesagt…

Von wegen Karl May, den kann man als Quelle ruhig ernst nehmen.
Hier der lesebefehl: "Durch die Wüste", "Von Baghdad bis Stambul", "Durchs wilde Kurdistan" - und man weiss alles über den Orient, den Islam und dessen Rückständigkeit.
Ansonsten klasse Blog !!!
Gruß Axel

libertyfirst@web.de hat gesagt…

Dein Kernanliegen kann ich ja nachvollziehen. Eine liberale
Demokratie muss wehrhaft sein!

Dir unterläuft jedoch ein gewichtiger, ja fataler Fehler. Es gibt DEN Islam nicht. Islam ist was man daraus macht! Du engst Deine Wahrnehmung auf auf eine Minderheit ein, die durch die Medienberichterstattung zum Regelfall erkärt wird.

Wenn einem Muslim eine Fatwa zu einer Fragestellung nicht gefällt, dann sucht er sich einen Rechtsgelehrten, der ihm eine Fatwa schreibt, mit der er leben kann.

Der Islam ist im besten und schlechtesten Sinne "liberal". Er gebiert sowohl muslimische demokratische Unternehmer, Ärtzte und Taxifahrer als auch islamistische Terroristen.

Wenn wir uns nur auf letztere konzentrieren und alle Muslime zum Problem erklären, werden die Radikalen nur noch mehr zulauf bekommen.

Also: differenzieren is Pflicht, auch wenn es schwer fällt und aufwendig ist.

Die Grenze verläuft nicht zwischen Religionen oder Kulturen sonderen zwischen denen, die nach den Regeln der liberalen Demokratie leben und denen, die allen die Scharia aufzwingen wollen.

www.libertyfirst.de

FreeSpeech hat gesagt…

"Wenn einem Muslim eine Fatwa zu einer Fragestellung nicht gefällt, dann sucht er sich einen Rechtsgelehrten, der ihm eine Fatwa schreibt, mit der er leben kann"

Genau da liegt das Problem des Islam. Wer die Tötung Ungläubiger will, braucht nicht einmal eine neue Fatwa, denn das ist schon offenbart im Koran. Und kein "moderater" Muslim kann ihn abhalten.

spontan-kochen hat gesagt…

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmgfr.htm

Robert hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
triZZ hat gesagt…

Also ich wüsste jetzt nicht, wo im koran das "Töten von Ungläubigen" verherrlicht oder überhaupt angesprochen wird...

Macht nur weiter so mit diesen rassistischen Kommentaren und Blogs.

Die Deutschen haben ja sowieso eine ziemlich saubere Geschichte was den Rassismus anbelangt..

Ich bin selber Moslem und meine Deutschen Freunde würden euch für sowas anspucken...

Fazit: Peinlicher Blog, der nichts ausser Rassismus und stupiden Hass zum Vorschein bringt...

FreeSpeech hat gesagt…

Hier ein paar wenige Stellen zum Totschlagen (Zählung nach Reclam)

Sure 2, Vers 191: "Und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung [zum Unglauben] ist schlimmer als Totschlag. ...”
Sure 4, Vers 89: “Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass ihr ihnen gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer.”
Sure 9, Vers 5: “Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.”

Thomas hat gesagt…

der Post von TriZZ ist großartig. "Anspucken" für andere politische Meinung! Würde gerne Wissen welche Strafe uns in einem Islamischen Staat erwarten würde.

 

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